Die Kunst des UCL-Mittelfeldblogs: Wie Dortmunds Can & Sabitzer...

📅 Last updated: 2026-03-17
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📅 March 11, 2026⏱️ 5 min read

2026-03-10

Als Borussia Dortmund im Hinspiel ihres Champions-League-Viertelfinals 2026 auf Bayern München traf, erwarteten viele ein hochoktaniges Duell, das von individueller Brillanz geprägt sein würde. Obwohl es davon einige Momente gab, insbesondere von Spielern wie Karim Adeyemi, lag die wahre Geschichte von Dortmunds überraschendem 1:0-Sieg in einem detailliert ausgeführten taktischen Plan: dem Mittelfeld-Block, der von Emre Can und Marcel Sabitzer meisterhaft organisiert wurde.

Die Bayern-Pressingfalle: Ein kalkuliertes Risiko

Julian Nagelsmanns Bayern versuchten, wie immer, den Ballbesitz zu dominieren und unermüdlich von vorne zu pressen. Ihr üblicher Ansatz besteht darin, ihre Flügelspieler hoch zu schieben, wobei ihre Außenverteidiger für Breite sorgen und ihre zentralen Mittelfeldspieler, typischerweise Joshua Kimmich und Leon Goretzka, das Tempo diktieren. Edin Terzić hatte jedoch einen Gegenplan, der genau diese Aggression ausnutzte.

Dortmund beteiligte sich selten an einem hohen Pressing gegen Bayern. Stattdessen zogen sie sich in eine kompakte 4-4-2-Formation zurück, sobald Bayern die Mittellinie überquerte. Der Schlüssel dazu war die disziplinierte Positionierung von Can und Sabitzer. Als Doppelsechs bildeten sie einen nahezu undurchdringlichen Schild vor der Viererkette. Ihre Anweisungen waren klar: zentrale Progression um jeden Preis verhindern.

Can und Sabitzer: Die unbesungenen Architekten

Emre Can, oft wegen Momenten der Inkonstanz kritisiert, lieferte eine Leistung von immenser Reife und taktischer Intelligenz ab. Seine Rolle war primär destruktiv, er gewann 8 seiner 10 Bodenzweikämpfe und machte 4 wichtige Interceptions. Er war der Anker, der seine Position ständig anpasste, um Passwege zu Bayerns kreativem Zentrum, Jamal Musiala, abzuschneiden, der sich ungewöhnlich erstickt wiederfand und in der ersten Halbzeit nur 2 progressive Läufe schaffte. Weitere Einblicke finden Sie in unserer Berichterstattung über Man City vs Arsenal: Taktische Schlacht um den Premier League-Vorsprung.

Marcel Sabitzer, der gegen seinen ehemaligen Verein antrat, war die perfekte Ergänzung. Seine Arbeitsmoral war phänomenal, er legte mehr Strecke zurück als jeder andere Dortmunder Spieler (12,1 km). Während Can das Spiel unterbrach, war Sabitzer für das sofortige Gegenpressing und den schnellen Übergang verantwortlich. Er absolvierte 90 % seiner Pässe, viele davon schnelle, präzise Bälle, die Adeyemi oder Donyell Malen auf den Flügeln in Szene setzen sollten. Diese Kombination verwehrte Bayern den Luxus, durch die Mitte aufzubauen, und zwang sie auf die Flügel, wo Dortmunds Außenverteidiger, Julian Ryerson und Raphaël Guerreiro, gut trainiert waren, um sie einzudämmen.

Die Halbräume ersticken

Die Schönheit von Dortmunds Mittelfeld-Block lag nicht nur in der zentralen Verdichtung; es ging darum, die Halbräume zu ersticken – jene gefährlichen Zonen zwischen dem Außenverteidiger und dem Innenverteidiger des Gegners. Bayern lebt davon, dass ihre offensiven Mittelfeldspieler oder inversen Flügelspieler hier den Ball erhalten, sich drehen und auf die Abwehr zustürmen. Can und Sabitzer, zusammen mit der engen Positionierung von Dortmunds breiten Mittelfeldspielern (Julian Brandt und Marco Reus), schlossen diese konsequent ab. Weitere Einblicke finden Sie in unserer Berichterstattung über Leverkusen vs. Leipzig: Taktischer Showdown im März 2026.

Statistisch gesehen gelangen Bayern in den ersten 45 Minuten nur 2 Schüsse aus dem Strafraum, ein deutlicher Kontrast zu ihrer üblichen Offensivleistung. Ihre typischen progressiven Passnetzwerke, die oft komplexe Dreiecke im letzten Drittel aufweisen, wurden unterbrochen. Kimmich und Goretzka, obwohl sie viel Ballbesitz hatten, waren oft gezwungen, seitwärts oder rückwärts zu passen, unfähig, Dortmunds organisierte Linien zu durchbrechen.

Der Lohn: Konter und Kontrolle

Obwohl Dortmunds Tor aus einem Moment individueller Brillanz von Adeyemi im Konter entstand, wurde es durch die defensive Solidität ermöglicht. Bayern, frustriert über ihre Unfähigkeit, durchzubrechen, wurde ungeduldig, wodurch Räume entstanden, die Dortmunds schnelle Angreifer ausnutzten. Der Mittelfeld-Block diente nicht nur der Verteidigung; es ging darum, das Spiel zu kontrollieren, ohne den Ballbesitz zu dominieren, Bayern in eine Falle zu locken und dann schnell zuzuschlagen.

Diese taktische Leistung von Dortmund dient als eindringliche Erinnerung daran, dass in der Champions League, gegen die Giganten, die effektivste Strategie manchmal nicht darin besteht, sie in ihrem eigenen Spiel zu übertreffen, sondern ihren Rhythmus mit disziplinierter Organisation und taktischer Intelligenz zu zerstören. Can und Sabitzer, die unbesungenen Helden des Westfalenstadions, schrieben eine Meisterklasse in der Kunst des Mittelfeld-Blocks.

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