Klopps unwahrscheinliche Salah-Umwandlung: Eine Scouting-Meisterklasse
Erinnern Sie sich an den Sommer 2017? Liverpool jagte Ziele, und das Summen rund um Anfield war spürbar. Jürgen Klopp, wie Gab Marcotti kürzlich ausführte, war ursprünglich nicht von Mohamed Salah überzeugt. Klopp hatte Julian Brandt im Auge, den deutschen Flügelspieler, der damals bei Bayer Leverkusen für Furore sorgte. Brandt war in der Bundesliga eine bekannte Größe, ein Spieler, den Klopp intrinsisch verstand. Er sah die taktische Passung, die Arbeitsrate, die deutsche Präzision. Salah hingegen kam von einer starken, aber vielleicht weniger gefeierten Zeit bei der Roma, wo er in der Saison 2016/17 15 Tore in der Serie A erzielt hatte.
Die Daten, die alles verändert haben
Hier ist der Punkt: Liverpools Analyseabteilung, angeführt von Michael Edwards und seinem Team, drängte weiterhin auf Salah. Sie hatten die Zahlen. Und das waren nicht nur oberflächliche Statistiken. Sie tauchten tief in erwartete Tore (xG), progressive Läufe, defensive Beiträge und wie Salahs Leistung im Vergleich zu anderen Flügelspielern in den Top-5-Ligen Europas abschnitt. Salahs zugrunde liegende Metriken bei der Roma schrien "Elite". Er traf nicht nur; er verursachte Chaos, kam konsequent in gefährliche Positionen, und sein Abschluss war für einen Flügelspieler bemerkenswert effizient. In dieser letzten Roma-Saison lieferte er 11 Vorlagen neben seinen 15 Toren und trug direkt zu 26 Toren in 31 Ligaspielen bei. Brandt, obwohl talentiert, erreichte nicht ganz dieselben explosiven Zahlen.
Klopp, ein Manager, der sein Bauchgefühl ebenso schätzt wie jeden Datenpunkt, brauchte Überzeugungsarbeit. Marcotti erklärte, dass es eine erhebliche Anstrengung der Scouting- und Datenanalyse-Teams erforderte, ihn umzustimmen. Sie präsentierten nicht nur Rohdaten; sie zeigten ihm Videoanalysen, die illustrierten, wie Salahs Bewegung ohne Ball, seine Fähigkeit, Räume auszunutzen, und seine Geschwindigkeit perfekt zu Liverpools hohem Pressing und direktem Stil passen würden. Sie zeichneten das Bild eines Spielers, der trotz seiner Schwierigkeiten bei Chelsea Jahre zuvor zu einem Weltklasse-Angreifer gereift war. Und ehrlich gesagt, die Reds brauchten Tore; Roberto Firmino war ein fantastischer falscher Neuner, aber die Flügelspieler mussten die Torlast teilen. Sadio Mané war ein Jahr zuvor gekommen und hatte 13 Ligatore erzielt, aber Salahs Zahlen deuteten darauf hin, dass er noch mehr bieten könnte.
Der unvorhergesehene Gigant
Liverpool zahlte schließlich rund 34 Millionen Pfund für Salah, eine Summe, die heute wie einer der größten Schnäppchen der modernen Fußballgeschichte aussieht. Brandt blieb übrigens bis 2019 bei Leverkusen, bevor er zu Borussia Dortmund wechselte. Er hatte eine gute Karriere, aber er ist kein Salah. In dieser ersten Saison, 2017/18, brach Salah Rekorde, erzielte erstaunliche 32 Premier-League-Tore, gewann den Goldenen Schuh und half Liverpool, das Champions-League-Finale zu erreichen. Er traf in 24 verschiedenen Ligaspielen in dieser Saison, ein wirklich unglaubliches Maß an Konstanz. Seine Debütsaison war eine deutliche Erinnerung daran, dass manchmal die Datenexperten am besten wissen, selbst wenn ein Top-Manager eine andere Vision hat.
Es ist jetzt leicht zu sagen: „Natürlich war Salah die richtige Wahl.“ Aber damals war es eine echte Debatte innerhalb des Vereins. Klopps anfängliche Präferenz für Brandt war kein krasser Fehler; es war eine natürliche Neigung zu einem Spieler, den er besser kannte, einem Spieler, der in seinem Kopf ein bestimmtes Muster erfüllte. Die wahre Geschichte hier ist die Macht einer gut integrierten Scouting- und Analyseabteilung, die Meinung eines Managers mit überzeugenden Beweisen herauszufordern und letztendlich zu ändern. Ohne diesen internen Impuls könnte Liverpools Geschichte der letzten sieben Jahre ganz anders aussehen.
Meine gewagte These? Ohne die Verpflichtung von Salah hätte Klopp Liverpool wahrscheinlich nie den Premier-League-Titel 2020 oder die Champions-League-Trophäe 2019 beschert. Er war *so* grundlegend. Und ehrlich gesagt, ich denke, Liverpools Transferkomitee verdient viel mehr Anerkennung für seine Weitsicht, als es je wirklich erhalten hat.