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Palace's europäischer Traum: Glasners Meisterleistung oder ein glückliches Los?

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📅 20. März 2026⏱️ 4 Min. Lesezeit
Veröffentlicht am 20.03.2026 · Crystal Palace im Europa League Viertelfinale eine „riesige Leistung“ – Oliver Glasner

Oliver Glasners Aussage, dass Crystal Palace das Viertelfinale der Europa Conference League erreicht hat, sei eine „riesige Leistung“, fühlt sich wie eine Untertreibung und ehrlich gesagt, ein bisschen wie eine Irreführung an. Schauen Sie, ein europäisches Viertelfinale zu erreichen ist nie einfach, besonders für einen Verein wie Palace, der letzte Saison den 10. Platz in der Premier League belegte. Aber seien wir ehrlich: Neun-Mann AEK Larnaca in der Verlängerung ist nicht gerade ein Champions-League-Härtetest. Ismaïla Sarrs Siegtreffer fühlte sich eher wie ein Seufzer der Erleichterung an als wie eine große Erklärung.

Die Sache ist die, Palace brauchte so eine Pause. Unter Glasner, seit er im Februar übernommen hat, waren sie eine gemischte Tüte. Er erbte ein Team, das unter Roy Hodgson abdriftete und knapp über der Abstiegszone schwebte. Glasners Ankunft brachte einen Funken, mit Siegen gegen Burnley und West Ham in seinen ersten Ligaspielen. Aber dann kam die hässliche 1:0-Niederlage gegen Bournemouth, eine Erinnerung an die Inkonstanz, die diesen Kader immer noch plagt. Ihr Weg zu diesem Viertelfinale gegen Fiorentina war… glücklich. Sie schrammten in der Playoff-Runde nur knapp an einer mutigen Ferencváros-Mannschaft vorbei und gewannen insgesamt mit 3:2, wobei ein später Elfmeter von Eberechi Eze im Selhurst Park den Sieg besiegelte.

**Der weniger beschrittene und vielleicht weniger herausfordernde Weg**

Das ist das Ding am europäischen Fußball für Premier-League-Vereine aus dem Mittelfeld: Manchmal muss das Los einfach zu deinen Gunsten ausfallen. Palaces Gruppengegner – Partizan Belgrad, HJK Helsinki und Slovan Bratislava – waren nicht gerade Weltklasse. Sie führten die Gruppe mit 13 Punkten an, sicherten sich vier Siege und ein Unentschieden, was respektabel ist, klar. Jean-Philippe Mateta erzielte in der Gruppenphase drei Tore und zeigte dabei eine Form, die ihn in Süd-London zu einem Kulthelden gemacht hat. Aber selbst diese Spiele hatten ihre Momente des Kampfes, wie das 2:2-Unentschieden zu Hause gegen HJK, wo sie einen späten Ausgleich von Odsonne Édouard brauchten.

Und dann ist da das Spiel gegen AEK Larnaca. Eine rote Karte in der 65. Minute, dann eine weitere in der 88. Minute, gegen eine Mannschaft, die Dritter in der zypriotischen ersten Liga ist… da erwartet man, dass man das in der regulären Spielzeit beendet. Sarrs Tor in der 104. Minute, ein sauberer Abschluss nach einer Flanke von Tyrick Mitchell, war gut, aber es hätte nicht so lange dauern dürfen. Das soll die Anstrengung nicht schmälern, aber es ist ein entscheidender Kontext für Glasners Zitat von der „riesigen Leistung“. Es ist riesig für Palace, absolut. Für einen Verein, der seit Jahrzehnten keinen regelmäßigen europäischen Fußball mehr gesehen hat, ist das eine große Sache für die Fans. Sie werden von einer Reise nach Florenz träumen.

**Fiorentina: Der wahre Test wartet**

Nun, Fiorentina. Das ist eine ganz andere Liga. Sie sind ein traditionsreicher Verein, derzeit Achter in der Serie A, und sie erreichten letztes Jahr das Finale dieses Wettbewerbs, wo sie gegen West Ham verloren. Lucas Beltrán führt ihre Linie an, ein junger argentinischer Stürmer, der in dieser Saison bereits 10 Tore in allen Wettbewerben erzielt hat. Ihr Mittelfeld, angeführt von Sofyan Amrabat, bietet ein Maß an Kontrolle und Erfahrung, das Palace in diesem Wettbewerb noch nicht erlebt hat. Das Hinspiel in Florenz am 11. April wird ein echter Gradmesser sein.

Meine kühne These? Palaces europäischer Traum endet in Italien. Fiorentinas Klasse und die Intensität eines echten europäischen Viertelfinals werden für Glasners noch in der Entwicklung befindliche Mannschaft eine Nummer zu groß sein. Sie hatten einen schönen Lauf, aber das Losglück kann einen nur so weit bringen.