Pep Guardiola sagte es diese Woche, und ehrlich gesagt klang es ein wenig verzweifelt. „Kurz davor, wieder in Bestform zu sein“, murmelte er, nachdem City in der Champions League von Real Madrid regelrecht zerlegt worden war. Mal ehrlich? Das 3:3-Unentschieden im Bernabéu, bei dem City zweimal eine Führung verspielte, fühlte sich weniger nach „kurz davor“ an, sondern eher nach „sich mit aller Kraft festklammern“. Das ist nicht das City, das letzte Saison durch Europa fegte. Nicht einmal annähernd.
Sehen Sie, das ist keine heiße These, die aus dem Nichts entstanden ist. Die Zahlen erzählen eine Geschichte. City hat in den letzten fünf Spielen in allen Wettbewerben kein Gegentor kassiert. Denken Sie mal kurz darüber nach. Das Fundament von Peps größten Teams war immer die defensive Solidität. Von Barcelona über Bayern bis zu seinen frühen City-Mannschaften war Kontrolle und das Ersticken der Gegner das Motto. Jetzt kassieren sie Tore in einem Tempo, das wir seit Jahren nicht mehr gesehen haben. Diese Serie umfasst ein 4:4-Spektakel gegen Chelsea im November und einen wackeligen 1:0-Sieg gegen Brentford im Februar, der alles andere als überzeugend war.
Und es ist nicht nur die Abwehr. Die Gnadenlosigkeit im Angriff war… sporadisch. Erling Haaland hat trotz seiner Torjägerqualitäten nicht ganz das übermenschliche Niveau der letzten Saison erreicht. Er hat dieses Jahr 20 Premier-League-Tore erzielt, was fantastisch ist, aber zu diesem Zeitpunkt der letzten Saison hatte er 36. Gegen Real Madrid wirkte er über weite Strecken völlig isoliert und kam in gefährlichen Bereichen kaum an den Ball. Erinnern Sie sich an den Hattrick gegen Manchester United im Oktober 2022? Oder die fünf Tore, die er im März letzten Jahres gegen RB Leipzig in der Champions League erzielte? Diese Leistungen fühlten sich an wie eine wahre Naturgewalt. Diese Saison ist er immer noch eine Bedrohung, aber die konstante, furchterregende Dominanz hat nachgelassen.
Das Spiel gegen Real Madrid war eine deutliche Erinnerung daran, wo City wirklich steht. Sie wurden überrannt, im Mittelfeld phasenweise überfordert, und ihr normalerweise undurchdringliches Ballbesitzspiel wirkte anfällig. Vinicius Jr. und Rodrygo tobten auf den Flügeln und deckten die Abwesenheit von Kyle Walker auf. Walkers Tempo ist offensichtlich ein großer Verlust. Seine Fähigkeit, sich zu erholen und Konter abzuwehren, ist fast unübertroffen. Ohne ihn und mit Manuel Akanji und Ruben Dias, die einen Schritt langsamer wirken, ist die Abwehr undicht.
Die Sache ist die: „kurz vor ihrer Bestform“ bedeutet, dass sie noch nicht da sind. Und angesichts des harten Kampfes um den Premier-League-Titel gegen Arsenal und Liverpool sowie des bevorstehenden Rückspiels gegen Real Madrid, wann genau finden sie diese mythische „Bestform“? Nach dem Rückspiel gegen Real Madrid haben sie Brighton, Nottingham Forest und Wolves in der Liga. Keine leichten Spaziergänge, besonders mit müden Beinen.
Meine Meinung? Pep tut, was jeder gute Manager tut: Er versucht, Selbstvertrauen auszustrahlen. Aber tief im Inneren weiß er, dass dies nicht dieselbe dominante Maschine ist, die letzte Saison alles vor sich herfegte. Die Triple-Sieger waren ein anderes Kaliber. Dieses City-Team, obwohl immer noch unglaublich talentiert, fühlt sich ein wenig… menschlich an. Sie sind immer noch Favoriten für die Liga, aber es wird ein harter Kampf bis zum Schluss, ein viel engeres Rennen als der Durchmarsch im letzten Jahr.
Prognose: Manchester City wird die Premier League mit einem einzigen Punkt Vorsprung gewinnen, aber in der Champions League im Rückspiel gegen Real Madrid ausscheiden und im Etihad mit 2:1 verlieren.