Mohamed Salahs Zeit in Liverpool neigt sich dem Ende zu. Sechs Jahre, 209 Tore in 340 Einsätzen, ein Champions-League-Titel, ein Premier-League-Titel – er ist eine anerkannte Legende an der Merseyside. Der Kerl kam 2017 für eine damalige Vereinsrekordsumme von 34 Millionen Pfund und hat weit über diesen Preis hinaus geliefert. Doch da sein Vertrag im Sommer 2025 ausläuft und kein neuer Deal unmittelbar bevorsteht, werden die Gerüchte lauter. Wohin geht ein 32-jähriger Superstar, der immer noch 25 Tore pro Saison erzielen kann (er erzielte 25 in allen Wettbewerben 2023-24), als Nächstes?
Seien wir ehrlich, das wahrscheinlichste Ziel ist Saudi-Arabien. Al-Ittihad klopfte letzten Sommer hart an und bot Berichten zufolge über 150 Millionen Pfund. Liverpool hielt, zu ihrer Ehre, standhaft. Aber so viel Geld verschwindet nicht einfach. Saudische Vereine, unterstützt vom Public Investment Fund, scheuen sich nicht, Geld auszugeben. Cristiano Ronaldos Wechsel zu Al-Nassr im Dezember 2022, gefolgt von Karim Benzemas Wechsel zu Al-Ittihad im letzten Juni, öffnete die Schleusen. Man denke an das Marketingpotenzial: Salah, einer der bekanntesten muslimischen Athleten weltweit, spielt im Königreich. Es ist eine kommerzielle Traumhochzeit.
Finanziell ist es für Salah ein Kinderspiel. Er könnte leicht ein Gehalt von über 100 Millionen Pfund pro Jahr erzielen, was seine derzeitigen Liverpool-Gehälter in den Schatten stellen würde. Und für Liverpool wäre es ein kluges Geschäft, eine beträchtliche Ablösesumme für einen Spieler zu erhalten, der in sein letztes Vertragsjahr geht, insbesondere in Salahs Alter. Sie zahlten letzten Sommer 60 Millionen Pfund für Dominik Szoboszlai, und dieses Geld könnte reinvestiert werden. Die Sache ist die, Salah sieht immer noch so aus, als könnte er auf höchstem europäischem Niveau spielen. Ein Wechsel in die Saudi Pro League, trotz all ihrer finanziellen Verlockungen, fühlt sich wie ein vorzeitiger Rücktritt vom Spitzenfußball an. Es ist schade, wenn man bedenkt, dass er immer noch diesen explosiven Antritt und den tödlichen linken Fuß besitzt, der jahrelang Verteidiger terrorisierte, wie bei seinem unglaublichen Solo-Tor gegen Manchester City im Oktober 2021.
Könnte Salah alle überraschen und sich für eine weitere große europäische Herausforderung entscheiden? Es ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Barcelona und Real Madrid sind immer auf der Suche nach globalen Superstars, obwohl ihre finanzielle Situation eine massive Ablösesumme und ein Gehalt für einen 32-Jährigen schwierig machen. Paris Saint-Germain, nachdem Kylian Mbappé endlich weg ist, hat ein klaffendes Loch in ihrem Angriff und eine massive Gehaltsliste freigegeben. Man stelle sich Salah vor, wie er sich mit Ousmane Dembélé und Randal Kolo Muani zusammentut. PSG könnte ihn sich definitiv leisten, und die französische Liga, obwohl nicht so wettbewerbsfähig wie die Premier League, würde immer noch Champions-League-Fußball bieten.
Die Sache ist die: Salah wollte sich schon immer beweisen. Er scheiterte zunächst bei Chelsea, baute dann seine Karriere bei Roma wieder auf, bevor er in Anfield zu einer globalen Ikone wurde. Ein Wechsel zu PSG, der Gewinn der Ligue 1 und ein tiefer Champions-League-Lauf wären ein schöner Erfolg für ihn und würden beweisen, dass er auch außerhalb der Premier League noch Leistung bringen kann. Aber die Realität ist, dass nur sehr wenige Vereine das saudische Angebot, selbst PSG, übertreffen könnten. Und nach sechs anstrengenden Saisons in Liverpool, unter Jürgen Klopps hochintensivem System, könnte eine etwas weniger anspruchsvolle Liga attraktiv sein.
Salah wird Liverpool als einer ihrer größten Spieler verlassen. Das steht außer Frage. Aber wohin er als Nächstes geht, wird das letzte Kapitel seiner Karriere prägen. Jagt er die absolut maximale finanzielle Belohnung in Saudi-Arabien, um die Zukunft seiner Familie für Generationen zu sichern? Oder versucht er, seinen alternden, aber immer noch potenten Beinen eine letzte Elite-Europasaison abzugewinnen? Meine kühne Prognose? Er geht nach Saudi-Arabien. Das Geld ist einfach zu astronomisch, um es für einen Spieler Anfang dreißig abzulehnen. Er hat sich das Recht auf einen massiven Zahltag verdient, nachdem er Liverpools Angriff so lange getragen hat.
Ich prognostiziere, dass Salah bis Ende August von einem Verein der Saudi Pro League – wahrscheinlich Al-Ittihad, die ihn immer noch begehren – vorgestellt wird und einen Vertrag erhält, der ihn zu einem der bestbezahlten Athleten der Welt macht.