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Tottenhams Trainerkarussell muss aufhören, und Hütter ist nicht die Antwort

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📅 24. März 2026⏱️ 4 Min. Lesezeit
Veröffentlicht 24.03.2026 · Transfergerüchte, Nachrichten: Tottenham könnte Hütter als Tudor-Ersatz in Betracht ziehen

Eine weitere Woche, ein weiteres Trainergerücht um Tottenham Hotspur. Jetzt wird Adi Hütter, derzeit bei Monaco, als potenzieller Ersatz für Igor Tudor gehandelt, der selbst erst im vergangenen Sommer verpflichtet wurde. Im Ernst? Dieser Verein wird zur Lachnummer. Wir sind kaum im November, und die Idee eines dritten Cheftrainers in dieser Saison wird bereits in der Presse diskutiert.

Sehen Sie, ich verstehe es. Die Ergebnisse waren nicht großartig. Tottenham liegt nach 11 Spielen mit mageren 15 Punkten auf dem 9. Platz der Premier League-Tabelle. Sie haben bereits Punkte gegen Teams wie Bournemouth (ein 2:2-Unentschieden am 21. Oktober) und Fulham (ein 0:0-Unentschieden am 29. September) liegen gelassen, die sie eigentlich souverän schlagen sollten. Die 4:1-Niederlage gegen Chelsea an der Stamford Bridge am 6. November war besonders düster und offenbarte einige tief sitzende defensive Probleme. Aber einen Trainer nach weniger als vier Monaten Amtszeit zu entlassen, ist keine Strategie; es ist Panik.

**Das Tudor-Problem und die Hütter-Frage**

Igor Tudor kam mit dem Ruf eines intensiven, hoch pressenden Fußballs. Er zeigte Andeutungen davon in Marseille, wo er sie in der Saison 2021/22 auf den zweiten Platz in der Ligue 1 führte. Er sollte dieses Feuer nach Nordlondon bringen. Aber der Spurs-Kader sieht, ehrlich gesagt, müde und oft ideenlos aus. Sie haben in der Liga nur 12 Tore erzielt, weniger als Brighton and Hove Albion, die zwei Plätze unter ihnen liegen. Harry Kanes Abgang zu Bayern München im August hinterließ eine klaffende Lücke, und Richarlison, im vergangenen Sommer für 60 Millionen Pfund verpflichtet, hat in dieser Saison wettbewerbsübergreifend nur zwei Tore erzielt. Das ist nicht gut genug.

Hier ist die Sache: Hütter ist ein interessanter Name. Er hat bei Eintracht Frankfurt gute Arbeit geleistet und sie 2019 bekanntlich ins Halbfinale der Europa League geführt, wobei er Inter Mailand und Benfica auf dem Weg dorthin besiegte. Sein Engagement bei Borussia Mönchengladbach war jedoch weniger erfolgreich, er beendete die Bundesliga-Saison 2021/22 auf dem 10. Platz, bevor er ging. Derzeit liegt Monaco unter ihm auf dem 3. Platz in der Ligue 1, was respektabel ist. Seine Teams spielen eine offensive 4-Raute-2-Formation, die oft vertikales Spiel und schnelle Übergänge betont. Das mag auf dem Papier ansprechend klingen, ein Kontrast zu Tudors starrerem System.

Aber seien wir ehrlich: Einen Manager alle paar Monate auszutauschen, destabilisiert alles. Dieser Verein braucht Stabilität, nicht ein weiteres glänzendes neues Spielzeug. Sie brauchen eine langfristige Vision, keine Drehtür von Trainern, die kaum eine Chance bekommen, ihr System zu implementieren. Welche Botschaft sendet es an die Spieler, wenn sie sich ständig an neue Anforderungen, neue Philosophien, neue Trainingsmethoden anpassen müssen? Es sagt ihnen, dass der Verein keine Ahnung hat, was er tut.

**Die Gefahren des kurzfristigen Denkens**

Tottenham-Vorsitzender Daniel Levy hat hier eine Geschichte. Mauricio Pochettino wurde im November 2019 entlassen, José Mourinho im April 2021, Nuno Espírito Santo im November 2021 und Antonio Conte im März 2023. Das sind vier Manager in vier Jahren. Es ist ein Muster, und es ist ein zerstörerisches. So kann man keine Siegerkultur aufbauen. Schauen Sie sich Arsenal unter Mikel Arteta an. Es brauchte Zeit, Geduld und unerschütterlichen Glauben vom Vorstand, auch wenn die Ergebnisse nicht sofort eintraten. Sie hielten an ihm fest, und jetzt sind sie Titelanwärter.

Die Probleme bei Tottenham gehen jedoch tiefer als nur der Mann auf der Bank. Der Kader braucht Investitionen, insbesondere in der Innenverteidigung und einen echten Neuner. Cristian Romero und Micky van de Ven waren zeitweise solide, aber es fehlt an Tiefe. Der Verein hat im Sommer gerade 47,5 Millionen Pfund für Brennan Johnson ausgegeben, aber er hat in der Liga noch kein Tor erzielt. Man kann den Koch immer wieder wechseln, aber wenn die Zutaten minderwertig sind, schmeckt das Essen nicht gut.

Meine kühne Behauptung? Tudor jetzt zu entlassen wäre ein monumentaler Fehler, ein Zeichen dafür, dass die Spurs absolut nichts aus ihrer jüngsten Vergangenheit gelernt haben. Sie müssen ihn unterstützen, ihm das Transferfenster im Januar geben und ihn etwas aufbauen lassen. Andernfalls werden sie diesen ganzen elenden Zyklus mit Adi Hütter oder wem auch immer der nächste "Geschmack des Monats" ist, wieder von vorne beginnen.

Tottenham wird diese Saison nicht unter den ersten sechs landen, egal wer das Sagen hat.