Da sind wir wieder. Eine weitere Woche, ein weiteres Tottenham Hotspur Trainergerücht. Diesmal wird Adi Hütter, derzeit bei Monaco, als potenzieller Nachfolger für Igor Tudor gehandelt, der selbst erst kürzlich mit dem Spitzenjob in Verbindung gebracht wurde. Es ist ein bekannter Tanz für Spurs-Fans, ein Kreislauf aus Hoffnung und sofortigem Zweifel, der so konstant ist wie Harry Kane, der 25 Tore pro Saison schießt.
Der Abgang von Ange Postecoglou nach nur einem Jahr schmerzt immer noch. Er brachte eine Art Offensivfußball mit, bei dem die Spurs 2023/24 74 Ligatore erzielten, ein deutlicher Sprung gegenüber den 68 Toren, die sie in der Vorsaison unter Antonio Conte und Cristian Stellini erzielten. Aber das Nachlassen am Ende der Saison, vier Niederlagen in den letzten fünf Spielen, darunter eine vernichtende 2:0-Niederlage im North London Derby, hinterließ einen bitteren Nachgeschmack. Jetzt ist der Verein wieder in Panik und sucht anscheinend von Roberto De Zerbi bis Mauricio Pochettino (wieder) nach allen möglichen Kandidaten. Es ist erschöpfend.
**Die Hütter-Hypothese: Ein Schimmer von Logik?**
Hütter ist auf dem Papier keine schlechte Wahl. Er kommt frisch von einer starken Saison mit Monaco, die er auf den zweiten Platz in der Ligue 1 führte, ihre höchste Platzierung seit 2018. Sie erzielten 57 Tore und kassierten nur 38, eine deutliche Verbesserung gegenüber dem sechsten Platz in der Saison 2022/23. Seine Teams spielen einen aggressiven, hochpressenden Stil, oft in einem 4-4-2 oder 4-2-3-1, was sicherlich dem "Offensivfußball"-Mandat entspricht, das Daniel Levy anscheinend verfolgt.
Denken Sie an seine Zeit bei Eintracht Frankfurt zurück. 2018/19 erreichten sie das Halbfinale der Europa League, verloren im Elfmeterschießen gegen Chelsea und belegten den siebten Platz in der Bundesliga. Er holte das Beste aus Spielern wie Luka Jović und Ante Rebić heraus und machte sie für eine Zeit zu einer der aufregendsten Mannschaften Deutschlands. Er ist taktisch flexibel und hat eine Erfolgsbilanz bei der Entwicklung von Talenten, etwas, das die Spurs angesichts ihrer jüngsten Transferflops dringend brauchen. Erinnern Sie sich an Giovani Lo Celso, der 2020 für 55 Millionen Pfund verpflichtet wurde? Er hat seitdem kaum 50 Ligaspiele bestritten.
Aber hier ist die Sache: Monaco ist nicht die Premier League. Und die Leitung von Tottenham ist mit einem Maß an Kontrolle und Erwartung verbunden, das nur wenige andere Vereine erreichen können. Hütters letzter Flirt mit Crystal Palace in der Premier League kam nicht zustande, und seine kurze Zeit bei Borussia Mönchengladbach sah ihn nach nur einer Saison 2021/22 wieder gehen, wobei er einen enttäuschenden zehnten Platz belegte. Es ist keine makellose Bilanz.
**Ein weiterer Würfelwurf**
Ganz ehrlich: Tottenham braucht Stabilität. Sie haben seit Pochettinos Abgang im November 2019 vier feste Trainer gehabt. Das ist eine Drehtür. Hütter zu holen, obwohl faszinierend, fühlt sich wie ein weiterer Würfelwurf in einem Casino an, in dem die Spurs ständig verloren haben. Sie brauchen eine langfristige Vision, keine weitere kurzfristige Lösung. Der Kader braucht eine Überarbeitung, insbesondere in der Abwehr, wo sie in der letzten Saison 61 Gegentore kassierten, mehr als jede andere Mannschaft in der oberen Tabellenhälfte. Cristian Romero ist brillant, aber oft undiszipliniert, und während Micky van de Ven Ansätze zeigte, hatte die Einheit insgesamt Schwierigkeiten.
Hier ist meine kühne These: Daniel Levy muss sich aus der täglichen Trainersuche zurückziehen und einen richtigen Sportdirektor befähigen, diese Entscheidungen zu treffen. Bis dahin werden wir dieses endlose Karussell von Namen sehen. Es geht nicht darum, den *besten* Trainer zu finden; es geht darum, den *richtigen* Trainer für die langfristige Strategie des Vereins zu finden, und ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sie im Moment eine haben.
Meine kühne Vorhersage? Tottenham wird einen Trainer ernennen, der auf niemandes Radar war, und sie werden in der nächsten Saison irgendwo zwischen dem sechsten und achten Platz in der Premier League landen und ihre frustrierende Existenz außerhalb der Elite fortsetzen.